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Wie kann ich meinen Schmerz verstehen? (Auszug)

Schmerz ist eine Reaktion Ihres Gehirns auf alles, was es als bedrohlich für Sie einschätzt. Schmerzen alarmieren Sie bei Gefahr und schützen sie vor schlimmeren Verletzungen, im Umkehrschluss ist davon auszugehen, dass Ihr Gehirn bei bestehenden Problemen, wie z.B. struktureller Abnutzung keinen Schmerz meldet, so lange es davon ausgeht, dass keine Gefahr für Sie besteht.

Mit Schmerzen bewegen Sie sich anders, denken anders und verhalten sich anders, dadurch tragen Schmerzen direkt zum Heilungsprozess des beschädigten Gewebes bei. Man kann sagen, wenn es weh tut, gibt einen guten Grund dafür. Der Schmerz zwingt Sie, sich mit dem Problem zu beschäftigen und etwas dagegen zu unternehmen.

Kenntnisse über die Entstehung von Schmerzen können Ihnen helfen, Ihre Schmerzen als weniger bedrohlich wahrzunehmen und wahrscheinlich sind Sie in der Lage, besser damit umzugehen und aktiv den Heilungsprozess zu unterstützen.

Es gibt viele Arten von Schmerzen, aber denken Sie immer daran, Ihre Schmerzen sind nur vorhanden, weil Ihr Gehirn entschieden hat, dass Sie in Gefahr sind. Bei allen Schmerzerfahrungen spielen Gedanken und Gefühle, ebenso wie Ihre Erfahrungswerte eine große Rolle.

Das bedeutet keinesfalls, dass Sie sich ihre Schmerzen einbilden, Ihre Schmerzen sind real, dennoch muß man sich immer wieder vor Augen führen, dass ein Schmerz nicht zwangsläufig mit dem Schädigungsausmaß des Gewebes in Zusammenhang stehen muß, auch ist es wichtig zu wissen, dass nicht jeder Schmerz, der in Ihrem Körper entsteht von Ihrem Gehirn als Schmerz gemeldet wird. Ihr Gehirn beurteilt immer das Maß an Bedrohung, welches von der Verletzung ausgeht und entscheidet dann, ob es Schmerz meldet, oder nur Warnsignale sendet.

Bei jeder Art von Verletzung bewertet Ihr Gehirn viele Faktoren und entscheidet dann, ob eine Schmerzmeldung sinnvoll ist, oder nicht.

Hierzu ein Beispiel, halten Sie Ihre Hand in gebührendem Abstand über eine heiße Herdplatte, Sie werden, obwohl die Wärmerezeptoren der Haut Alarmsignale senden keinen Schmerz im eigentlichen Sinn verspüren, Ihr Gehirn bewertet die eingehenden Signale und lässt Sie zum Schutz des Gewebes die Hände wegziehen.

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JLu
| Auszug aus: "Schmerz verstehen, Zusammenfassung der Schmerzphysiologie", Stand 01-2010

 
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