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Physiotherapie
bei Schleudertrauma
Schwindel, Benommenheit, Verspannungen oder Schmerzen - Das alles
können Symptome nach einem Autounfall sein! Die Symptome
beruhen häufig auf ähnlichen mechanischen Vorgängen
während des Unfalls. Der Kopf wird durch den Aufprall unvermutet
nach vorn und danach heftig nach hinten geschleudert. In die physiotherapeutische
Praxis kommen häufig Patienten, die ein Peitschenschlagphänomen,
wie es aufgrund des Unfallvorgangs noch bezeichnet wird, oder
Schleudertrauma erlitten haben. Das Schleudertrauma ist allerdings
keine wirkliche Diagnose, vielmehr bezeichnet der Begriff unterschiedliche
Symptome, die nach einem Auffahrunfall typischerweise auftreten.
Wurde früher, auch bei geringen Beschwerden, eine sofortige
Ruhigstellung mit einer Halskrause empfohlen, wird nun zu passiver
und aktiver Physiotherapie geraten.
Bereits
nach leichten Auffahrunfällen kann es zu schwerwiegenden
Symptomen im Sinne eines Schleudertraumas kommen. Die Symptome
bei einem einfachen Schleudertrauma sind meist Muskelverspannungen
der Hals- und Nackenmuskulatur, welche zu Kopf- und Nackenschmerzen
führen können. Auch Schwindel und psychische Belastungen
sind nicht selten. Häufig halten die Beschwerden länger
an und können bei entsprechender Nichtbehandlung chronifizieren.
Der Autohersteller Volvo kam in einer überregionalen Studie
zu dem Ergebnis, dass 17 Jahre nach der stattgefundenen Schleudertrauma-Verletzung
noch 55 % der Verunfallten darunter leiden und 5-8 % unfallbedingt
berufsunfähig wurden.
Physiotherapeuten
können entsprechenden Symptomen allerdings entgegenwirken.
Neuere Studien haben gezeigt, dass eine längere Schonung
der Halswirbelsäule, wie es zum Beispiel durch das Tragen
einer Halskrause geschieht, die Heilung eher verzögert. Am
effektivsten zeigen sich krankengymnastische Übungen unter
professioneller Anleitung, mit welchen bereits zeitnah nach dem
Verletzungsereignis, nach Absprache mit dem Arzt, begonnen werden
sollte. Spezielle Bewegungsübungen sollen helfen, die Muskeln
zu entspannen, Muskelgruppen zu kräftigen oder die Muskelausdauer
zu verbessern. Quermassage, Manuelle Therapie oder Triggerpunktbehandlungen
wirken sich günstig auf die Muskelentspannung aus. Zusätzlich
können durch Augenbewegungen reflektorische Kopfbewegungen
provoziert werden, die die Muskelaktivität fördern.
Zudem sind Bewegungen der Halswirbelsäule, die durch den
Physiotherapeuten geführt und unterstützt werden, zu
empfehlen.
Außer
einem individuellen und systematischen Hausübungsprogramm
bekommen die Patienten Informationen und Beratung für ein
günstiges Verhalten am Arbeitsplatz und zu Hause. So wird
die aufrechte Sitzhaltung in der Therapie eingeleitet und geübt,
damit beispielsweise im Büro die Muskelfunktion der Halswirbelsäule
aktiviert werden kann und nach längeren Büroarbeiten
keine Schmerzen auftreten. Richtiges Heben und Tragen ist nicht
nur für die Lendenwirbelsäule entscheidend, sondern
auch für die Halswirbelsäule wichtig, um ökonomische
Bewegungen nach einem Autounfall zu fördern. Therapeutische
Konzepte beinhalten genaue Analysen der Symptome, eine Optimierung
des Verhaltens am Arbeitsplatz und zu Hause.
Quelle
| www.ifk.de, Stand 01-2010
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